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Die Entstehungsgeschichte

Die Entstehungsgeschichte

Puppen gab es schon immer, aber keine erfreute sich solch einer Beliebtheit wie „Barbie. Diese kleine blonde Puppe aus Amerika ist heute aus keinem Mädchenzimmer mehr wegzudenken. Ursprünglich hieß Barbie eigentlich „Lilly“. Lilly entstammt der Feder des deutschen Bild-Zeitung-Karikaturisten Reinhard Beuthin. Im Jahre 1952 entstand Lilly durch eine einfache Zeichnung und füllte eine leere Zeitungsspalte. Mit ihren wohlproportionierten Formen entsprach dieses Pin-up-Girl den Idealvorstellungen vieler männlicher Leser und war von nun an jeden Tag mit etwas anrüchigen Sprüchen in der Bild-Zeitung zu sehen. Ihre anmutige Erscheinung faszinierte nicht nur Kinder, Lilly war auch bei Herrenabenden ein beliebtes Mitbringsel. Im Sommer 1959 befand sich Ruth Handler (Mitgründerin der Firma Mattel Inc.) auf einer Europareise und entdeckte rein zufällig die Puppe „Lilly“ und brachte sie als Geschenk für ihre Tochter Barbara mit nach Amerika. Ruth Handler erkannte schnell, dass ihre Tochter lieber mit dieser Erwachsenenpuppe spielte, als mit all den anderen Spielsachen und setzte ihre Idee in die Tat um. Zähe Verhandlungen zur Vermarktung dieser Puppe führten nach ca. einem Jahr zum Erfolg.

Sämtliche Rechte waren erworben und nun musste nur noch der amerikanische Markt überzeugt werden. Ruth Handler gab Lilly den Namen Barbie – nach dem Vornamen ihrer Tochter Barbara. Auf der New Yorker Spielwarenmesse (1959) „America Toy Flair“ wurde Lilly als Barbie erstmals vorgestellt. Barbie posierte mit Pferdeschwanz, in schwarz-weiß gestreiftem Badeanzug mit Sonnenbrille und Schuhen. Mit eher kritischen Blicken wurde dieses Puppenmodell beäugt. Dieser Puppe, die wie eine richtige Frau aussah, rechnete man nur geringe Chancen am Markt aus. Trotz kleiner Veränderungen war Barbie ebenso figurbetont wie Lilly und kostete 3 Dollar. Der Verkaufskarton mit Anziehpuppe beinhaltete zusätzlich eine Broschüre mit der aktuellen Garderobe, um dem Kunden vom modischen Schick zu überzeugen. Im ersten Geschäftsjahr wurde Barbie an die 350.000 Mal verkauft.

Das hat nicht nur Ruth Handler überrascht, ihre Manager waren vom Verkaufserfolg so überzeugt, dass Barbie immer weiterentwickelt wurde. Barbie sollte junge Mädchen auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden spielerisch begleiten. Zunächst war es nur die Kleidung, die für jede Barbiefreundin unentbehrlich wurde. Barbies Kleiderschrank passte sich immer den jeweiligen Modetrends an. Selbst die Mode der 50er-Jahre ging an Barbie nicht vorüber. Ausgestattet nach dem neuen Schönheitsideal mit Wespentaille und Petticoat wartete sie im Verkaufsregal auf ihre Abnehmer. Die Kostüme der 60er Jahre waren in Barbies Kleiderschrank ebenso zu finden wie der Minirock oder die Schlaghose der verrückten 70er. Ihr Aussehen wurde immer wieder der Mode neu angepasst, ob als sonnengebräuntes California-Girl, als strahlende Disco-Queen, Krankenschwester, Sekretärin, Lehrerein, im Kampfjet oder als modische Großmutter, Barbie macht immer eine gute Figur. Zum Topmodell wurde sie jedoch 1977 als ihr ein breiteres Lächeln und strahlendere Augen verliehen wurden. Später in den 90er Jahren begannen namhafte Designer Kleidung ganz exklusiv für Barbie zu entwerfen. Barbie bekam nicht nur ein neues Outfit, auch ihr Make-up wurde feiner und jugendlicher. Viele lebenswichtige Dinge wie Häuser, Autos und Yachten, (nur Luxusgüter), die eine junge Frau benötigt (nach den Vorstellungen von Mrs. Handler), gesellten sich hinzu. Alsbald auch Löwen, Pferde, Katzen, Hunde – insgesamt ca. 30 Tierarten. Nach und nach kamen ihre Freundinnen hinzu sowie das männliche Gegenstück Ken.

Leider war Barbie nie verheiratet oder demzufolge schwanger. Eben ein Superweib, das für so etwas keine Zeit hat. Bis 1998 wurde Barbie an die 500 Mal verschönert, ihre Maße, ihr Gesicht sowie ihre Finger wurden immer dem jeweiligen Trend angepasst. Die Firma Mattel hat bis heute über eine Milliarde Barbie-Puppen in mehr als 45 Länder verkauft. Schließlich kann Barbie nicht nur ihre Kleidung sondern auch ihre Hautfarbe wechseln und macht sie damit nicht nur zur Freundin eines jeden Kindes, sondern auch vieler Erwachsener, die mit Barbie eine neue Sammelleidenschaft entdeckten.